Auf der Couch

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Nathan Kravis
Auf der Couch

Eine verdrängte Geschichte der analytischen Couch von Platon bis Freud

17 x 23 cm, 224 Seiten, ca. 175 Abbildungen, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-98-16537-2-4

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Beschreibung

Nathan Kravis
Auf der Couch. Eine verdrängte Geschichte der analytischen Couch von Platon bis Freud

Das sonderbare Arrangement einer psychoanalytischen Sitzung im Sprechzimmer des Analytikers gibt Rätsel auf. Der Analytiker sitzt auf einem Stuhl, ungesehen von dem abgewandt auf einer Couch liegenden Patienten. So ist es seit Freud, obwohl diese Gepflogenheit wie der Autor Nathan Kravis zeigt, stärker in der Kulturgeschichte des Liegens wurzelt als in empirischer Forschung. Der Autor, selbst praktizierender Analytiker, weist nach, dass die Tradition des Sprechens im Liegen nicht etwa von Freud begründet wurde, sondern zurückreicht bis ins antike Griechenland, wo die Teilnehmer am symposion (einer Zusammenkunft von Männern der Oberschicht zu philosophischen Gesprächen und Weingenuss) auf Couchen lagen, beziehungsweise bis zum römischen convivium (einem Bankett, bei dem Männer und Frauen zurückgelehnt speisten). Vom Bett über die Bank, die Polsterbank, die Chaiselongue zum Sofa: Nathan Kravis erzählt, wie die Couch zum Symbol der Selbsterkenntnis und Selbstbesinnung, aber auch zu einem Ort des Vergnügens, der Intimität, der Transgression und der Heilung wurde.

Dabei schöpft der Autor aus vielfältigen Quellen: der Geschichte der Medizin, der Mode und der Inneneinrichtung – von antiken Grabstätten über historisches Mobiliar bis zu frühen Fotografien. Zudem liefert er eine bemerkenswerte Fülle von Abbildungen: Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Illustrationen, Cartoons und Werbeanzeigen. Und er zeigt überzeugend, dass die Couch – trotz der Ambivalenz heutiger Psychoanalytiker, die dieses Möbelstück teilweise für „infantilisierend“ halten – weiterhin das Sinnbild eines Narrativs der Selbstfindung ist. Das Sprechen im Liegen symbolisiert die Behauptung eigenen Denkens in Gegenwart einer anderen Person.

Der Autor Nathan Kravis ist Klinischer Professor für Psychiatrie am Weill Cornell Medical College und stellvertretender Leiter des DeWitt Wallace Institute for the History of Psychiatry sowie Training and Supervising Analyst am Columbia University Center for Psychoanalytic Training and Research.

„Dieses geistreiche, witzige, hochintelligente, ungemein fesselnde, oft überraschende, wunderbar bebilderte Buch wurde für all jene Menschen geschrieben und gestaltet, die sich schon einmal zum Tagträumen, Schmusen oder freien Assoziieren auf jenes bisweilen prachtvolle, bisweilen schlichte Möbelstück gelegt haben, das wir Couch nennen. Bravo, Nathan Kravis!“
Siri Hustvedt, Autorin

Deutsche Erstausgabe übersetzt von Dominik Fehrmann

 

PRESSESTIMMEN

„Weniger sitzen, mehr gehen. Sport treiben hält fit. Spazieren? Wie wäre es aber mit liegen? Einfach so?
Der Autor Nathan Kravis gräbt in der Geschichte des Möbelstücks und würdigt seine soziale, kommunikative und medizinische Seite.“
https://claudiafriedrichblog.wordpress.com
WDR 5 Scala, Hintergrund Kultur, 4. März 2019, Claudia Friedrich
„Möbel und Metapher: Die Couch“

„Die Couch ist mehr als ein Möbelstück, sie ist untrennbar mit der Psychoanalyse assoziert – nicht selten mit spöttischem Unterton. Doch wie erlangte das Liegesofa seine kulturelle Wirkmacht? Nathan Kravis, Professor für Psychiatrie am Weill Cornell Medical College, liefert mit seinem bildgewaltigen Band ‚Auf der Couch‘ eine geistreiche und anregende Kulturgeschichte des Liegens …“
Psychologie heute Heft 1, Januar 2019, aufgeblättert

„… Nathan Kravis Buch ist ein Plädoyer fürs Liegen, dieser fast vergessenen Haltung zur Welt. In seinen Texten sitzt der Analytiker hellwach am Kopfende, liefert Anregungen, schürft im Unterbewussten, schreibt intim und klug. ‚Auf der Couch‘ ist eine unterhaltsame Kulturgeschichte, die die Leserschaft aufs Sofa bittet.“
https://claudiafriedrichblog.wordpress.com
WDR 3 Kultur am Mittag, 21. Dezember 2018, Claudia Friedrich
„Die Couch – Möbel und Metapher“

„… Nathan Kravis hat in dem neuen Verlag edition frölich eine Kulturgeschichte der Couch und nebenbei eine Geschichte der Psychoanalyse aus Sicht des Therapiemöbels geschrieben … das ist ein sehr schöner Perspektivwechsel … das ist richtig intelligent und eine reine Augenlust, weil es auch sehr schön illustriert ist …“
Best of „druckfrisch“ mit Denis Scheck, HR, Frankfurter Buchmesse 2018

„Nicht erst seit den Sitzungen von Sigmund Freud gelten Chaiselongue und Sofa als idealer Ort für Selbsterkenntnis und Besinnung. Nathan Kravis, selbst Professor für Psychiatrie, geht in seinem reich bebilderten Wissensbuch „Auf der Couch“ der Kulturgeschichte des Liegens nach; er erzählt von alten Griechen und Römern, von Medizin und Kunst. Natürlich kann man auf dem Sofa aber auch weiterhin nur lümmeln und Netflix schauen.“
stern Nr. 36, 30. August 2018