Wie kam das kleine Bunte an den Strand?
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Rolf-Peter Baacke
Wie kam das kleine Bunte an den Strand?
Strandleben und Mode am Meer von 1900 bis 1960.
Kulturgeschichtliche Notizen und zeitgenössische Ansichtskarten
17 x 23 cm, 144 Seiten, 140 Abbildungen, Klappenbroschur, Fadenheftung
ISBN 978-3-911192-01-9
Beschreibung
Rolf-Peter Baacke
Wie kam das kleine Bunte an den Strand?
Strandleben und Mode am Meer von 1900 bis 1960.
Kulturgeschichtliche Notizen und zeitgenössische Ansichtskarten
Die Bademode des 19. und 20. Jahrhunderts unterlag einem faszinierenden Wandel, der nicht nur eng mit gesellschaftlichen, kulturellen und technologischen Entwicklungen, sondern auch mit einer Veränderung in den Vorstellungen von Körperbild und Mode verbunden war. Ging man anfangs noch im „Eva-Kostüm“ ins Meer, folgten bald viele Badebekleidungs-Entwicklungen: Die schwere Badekleidung des ausgehenden 19. Jahrhunderts wurde abgelöst durch figurbetonte und funktionale Badeanzüge der „neuen Frau“ in den 1920er-Jahren. Ihnen folgten knappere, aber auch konservativere Modelle nach dem Zweiten Weltkrieg, bis sich schließlich als „kleines Buntes“ der Bikini in den 1960er-Jahren am Strand etablierte.
Auch die Seebäder, ihr Publikum und das Strandleben veränderten sich gravierend vom Luxusvergnügen der feinen Gesellschaft über Stätten der sportlichen Ertüchtigung bis hin zu Orten des Massentourismus der 1960-Jahre. Ausdruck des Wandels ist neben der Bademode auch das Phänomen der Ansichtspostkarte als neues Kommunikationsmedium.
In literarischen Textfunden und zeitgenössischen Ansichtspostkarten zeichnet „Wie kam das kleine Bunte an den Strand?“ die Entwicklung der Bademode, der Seebäder und des Strandlebens nach. Die Texte und Ansichtskarten sind zugleich kulturgeschichtliche Objekte und ästhetische Zeugnisse ihrer Zeit. Sie skizzieren das Strandleben der Seebäder und die Mode-Metamorphosen der Strand- und Badebekleidung.
Rolf-Peter Baacke studierte Design an der Hochschule der Künste Berlin sowie Kunstgeschichte, Neuere Geschichte und Religionswissenschaft an der TU und FU in Berlin. Er ist Autor von zahlreichen Büchern zu Themen der Architektur, des Designs und der Kunst im 20. Jahrhundert.
PRESSESTIMMEN
Uromas neuer Badeanzug
Ein Bildband zeigt die Kulturgeschichte der Strandmode in Postkarten – Fotos von Nord- und Ostsee
Am Strand von Dahme türmen sich Sandwälle, aufgeschüttet zu einer Art Bastion. Nur dass hier keine Verteidigung stattfindet, sondern Erholung. In den gegrabenen Vertiefungen sitzen Familien, geschützt vor dem Wind. Männer stehen in Leinenanzügen neben Frauen in dunklen Röcken und hellen Blusen und mittendrin Kinder in Matrosenanzügen.
Über ihren Köpfen flattern Wimpelketten, Reichsflaggen und Landeswappen, jede Fahne fest im Sand verankert. Vermutlich warm, garantiert windig: ein Tag an der Ostsee, irgendwann zwischen 1920 und 1930. Die Gesellschaft entdeckt das Konzept der Freizeit. Öffentliche Erholung findet an der See statt – im passenden Outfit. […]
Rolf-Peter Baacke hat diesen Prozess dokumentiert. In seinem Buch „Wie kam das kleine Bunte an den Strand?“ beschreibt er, wie sich zwischen 1900 und 1960 nicht nur die Bademode wandelte, sondern auch das Strandleben. Grundlage seiner Recherche waren Ansichtskarten aus seiner Sammlung. Anfangs sei die Postkarte vor allem ein schnelles Kommunikationsmittel der Gründerzeit gewesen, schreibt Baacke. „Die ersten Postkarten, auch Korrespondenzkarten genannt, wurden zunächst ohne Abbildung und von der Post zur Erleichterung und Beschleunigung des Briefverkehrs als offene Karten hergestellt.“ Später zeigten die Kar-ten Motive von Urlaubsorten, badende Touristen und ließen Platz für einen Gruß. Die Rückseite war für Adresse und Briefmarke reserviert. […]
Ihre Motive hielten den Geist und die Mode der Menschen fest, die sich in den Seebädern einem neuen Lebensgefühl hingeben: Flanieren entlang der Promenade. Sehen und gesehen zu werden. […]
Baacke spürt dem Lebensgefühl jener Zeit nach und lässt es mit seinen Bildern kurz aufflackern. Postkarten sind mehr als ein Mitbringsel. Oder wie Baacke sagt: „Sie sind ein Kulturdokument ihrer Zeit.“
Johanna Pankow, Lübecker Nachrichten, Kultur & Leben, 25. Juni 2025



